Mentoring – ein innovatives Personalentwicklungsinstrument

Mentoring erfüllt den aktuellen Bedarf der Personalentwicklung nach individuellen und effizienten Instrumenten. Mentoring wird als flankierende Maßnahme, als Rahmen oder als eigenständige Methode zielführend zur Kompetenzentwicklung eingesetzt.

Lernen im Dialog!

Mentoring ist individuell, weil die Gestaltung der hierarchiefreien Beziehung und die Auswahl der Themen individuell zwischen Mentorin oder Mentor und Mentee entstehen. Es ist eigeninitiativ für die Lernenden, sie finden ihr Lern- und Entwicklungsziel, sie holen Feedback ein und fordern die Mentorin oder den Mentor da, wo sie Unterstützung benötigen. Sie arbeiten an realen Situationen, effektiv und effizient, strategisch und nicht reaktiv.

Mentorinnen und Mentoren lassen sich auf eine Rolle ein, die wenig präzise beschrieben ist. Sie sind Ratgeber, Coach, Vorbild oder Türöffner. Sie hören zu, stellen Fragen und berichten von ihren eigenen Strategien und Entscheidungen. Ihre Haltung und ihre Erfahrung bestimmen ihr Handeln. Wichtige Ziele für die Mentees sind, die eigenen Kompetenzen und Entwicklungspotenziale zu erkennen und daran zu arbeiten.

Was ist Mentoring?

Eine alte Idee mit neuen Konzepten

Die Ursprünge des Mentorings liegen in der griechischen Mythologie. Odysseus übergab seinen Sohn Telemachos in die Obhut eines Gelehrten und Lebenserfahrenen, der diesen Jungen erzog, unterrichtete und in die Gesellschaft einführte. Dieser Gelehrte hieß Mentor. Der Begriff Mentor wurde damit zum Synonym für einen allgemein geachteten und gebildeten Menschen, der für einen jüngeren und weniger erfahrenen Menschen als verantwortungsbewusster Ratgeber fungiert.

In vielen Ländern setzen Unternehmen schon lange Mentoring als formalisierte Personalentwicklungsprogramme zur Nachwuchsförderung oder zur Integration von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein. In den USA nutzt beispielsweise jedes dritte Unternehmen dieses Instrument. Heute gilt Mentoring auch in Deutschland als eine flexibel gestaltbare, für unterschiedliche Zielgruppen geeignete Personalentwicklungsmaßnahme. Mentoring wird mit dem Ziel der persönlichen und beruflichen Entwicklung und zur Karriereförderung eingesetzt.

Kern des Mentorings

Der Kern des Mentorings ist eine individuelle Zweierbeziehung. Die Mentorin oder der Mentor ist eine „ältere“ und berufserfahrene Persönlichkeit, die gezielt die Entwicklung einer zielorientierten Nachwuchskraft über einen festen Zeitraum unterstützt. Mentees sind in der Regel gut qualifiziert und aufstiegsorientiert. Mentorin oder Mentor und Mentee können im selben (Inhouse-Mentoring) oder in unterschiedlichen Unternehmen (Cross-Mentoring) tätig sein. Entscheidend für den Mentoring-Erfolg ist eine hierarchieungebundene und vertrauensvolle Austauschbeziehung.

Mentoring ist ein Prozess, in dem die Mentorin bzw. der Mentor die Karriere und Entwicklung einer oder eines Mentee außerhalb der Vorgesetzten-Untergebenen-Beziehung unterstützt. Es handelt sich um eine geschützte Beziehung, in der gelernt und experimentiert wird. Es werden potenzielle Fähigkeiten und neue Kompetenzen entwickelt (Vgl. Mentoring für Frauen in Europa, Deutsches Jugendinstitut, 1998). Inhalte und Methoden des Mentorings sind nicht normgebunden. Sie werden bestimmt von den Erwartungen der oder des Mentee und den Möglichkeiten der Mentorin oder des Mentors.

Die Funktion der Mentorin und des Mentors ist z. B. die eines Ratgebers. Nicht die Vermittlung von Fachwissen, sondern die Weitergabe von Erfahrungen und informellen Hinweisen, die nicht in Weiterbildungsveranstaltungen oder in der Literatur zu finden sind, steht im Mittelpunkt. Zudem geht es um die Unterstützung beim Aufbau von Kontakten sowie um den Zugang zu Netzwerken. In einer formalisierten Mentoring-Beziehung handelt es sich um eine verbindliche Beziehung, die idealerweise durch ein qualifiziertes Rahmenprogramm begleitet wird.